Test: LisamRC Cicada LS-250 Frame


Frisch eingetroffen: der neue Cicada LS-250 Frame vom Chinesischen Hersteller LisamRC. Für 32,67€ aus dem fernen Hongkong geordert soll der Racing-Rahmen nun zeigen, was er taugt. Ich habe mich für die etwas teurere Carbon-Variante bei Banggood.com entschieden. Und schwarz soll er sein, eine Variante mit weißem “Dach” wird ebenfalls angeboten. Begleitet mich beim Zusammenbau!

Erster Eindruck des Cicada LS-250

LisamRC Cicada LS-250 KartonDer Rahmen kommt in einem schick anzusehenden Schwarzen Karton. Im inneren finden sich die Frameplatten sowie alle nötigen Schrauben und eine Anleitung. Das ganze wird geschützt durch etwas Schaumstoff. Der Erste Eindruck beim Unboxing ist durchweg positiv, der Frame wird beim Erstkontakt verhältnismäßig ansprechend präsentiert.

Ein erster Blick in die Anleitung verrät jedoch schnell, woher das Produkt auf meinem Tisch stammt: es häufen sich wie gewohnt die Chin-englischen Rechtschreib- und Übersetzungsfehler. Macht aber bei einer Anleitung im IKEA-Stil erstmal nichts. Ein schnelles Durchzählen ergibt: es gibt keine Reserveschrauben! Ich sollte also aufpassen, nichts fallen zu lassen, wie es sonst meine Art ist…

Cicada LS-250 Frame, LieferumfangZu den Carbonteilen: es ist nicht alles Carbon, sondern lediglich die Arme, die mittlere Frame-Platte, die Landefüße und das Plättchen für die Mobius Action Cam. Die obere und untere Platte sind NICHT aus Carbon und machen einen wesentlich instabileren Eindruck. Ein wesentlicher Vorteil des Frames ist natürlich die in die untere Platte integrierte Stromverteilung inkl Lötpunkte für den LiPo-Anschluss sowie die vier Regler. Die Lötstellen sind ausreichend groß um noch weiteren Kladderadatsch wie LED-Beleuchtung dort anzubraten. Etwas unwohl wird mir beim Gedanken an die ersten Crashes, die ich mit dem Frame haben werde: die untere Platte mit dem PDB (“Power Distribution Board”) ist doch recht wabbelig. Fast genauso besorgniserregend ist auch die Beschaffenheit der Topplate, nicht sehr stabil das ganze, das ist schade. Außerdem fällt auf, dass es wohl Schwierigkeiten beim Druck des Logos gab, denn die Beschriftung ist nicht sehr gelungen. Doch das nur am Rande.

Montage

Beginnen wir mit den Landefüßen. Bei vielen FPV-Racing-Coptern sind diese Überflüssig, hier ist die Situation aufgrund der Gesamtkonstruktion etwas anders: Die Landefüße schützen u.A. die untere recht labile Platte mit dem PDB vor Abschürfungen der Leiterbahnen. Darüber hinaus könnte eine zu rabiate Landung bereits das Leben eines der Arme fordern. Interessant ist die Befestigung der Schrauben. Die Schraubenköpfe sollen laut Manual in dafür vorgesehene Ausschnitte in den Füßen passen und dann mit einer Mutter an die Platte heran gezogen werden. Leider passen die Köpfe nicht ohne größeren Aufwand in diese Aussparungen. Ein Schraubstock wirkt da übrigens wahre Wunder! Trotzdem bleibt dieses Konzept in meinen Augen eher fragwürdig, ohne meinen Loctite Sofortklebstoff traue ich der Sache ganz bestimmt nicht!

Fehlkonstruktion der vorderen Ausleger

Fehlkonstruktion der vorderen Ausleger

Der weitere Zusammenbau gestaltet sich insgesamt gesehen wie erwartet. Dass so manche Schraube nicht ohne sanfte Gewalt durch die schlecht gebohrten Löcher passt ist nichts neues bei derartigen Frames. Manchmal fühlt es sich an, als ob man in eine Framelöcher gerade ein Gewinde hineinschneidet, weil die Schraube sich nur hineindrehen lässt. Alles kein Drama, der Chinese hat scheinbar eine Fräswerkzeuge bis aufs Letzte schuften lassen und tauscht diese erst wenn nichts mehr geht gegen scharfe Fräser aus.

Was noch negativ auffällt ist eine Aussparung in den vorderen Armen, auf die ich gerne verzichtet hätte. Zur besseren Kabelführung wurde ein Stück auf Kosten der Stabilität aus dem Arm gefräst. Das ist nicht gut gelöst. Auf dem Foto ist diese herausgefräste Stelle zu sehen.

Trotzdem geht der zusammenbau relativ stressfrei vonstatten und ist schnell erledigt. Die gedämpfte Platte für die Actioncam ist problemlos montiert, die Dämpfer lassen sich sehr leicht in die Löcher hineinziehen, hoffentlich verliert man die nicht genauso leicht. Außerdem ist sehr wenig Platz zwischen Dämpferplatte und der unteren Frameplatte vorhanden.

Fertig!

Irgendwann ist der Aufbau erledigt und man hat einen hübschen Quad-Frame vor sich liegen. Optisch wahrlich ein Hingucker! Die Waage zeigt ein Gewicht von gerade mal 111 Gramm, also 9 Gramm weniger als vom Hersteller angegeben. Das Gewicht geht für mich in Ordnung. Im Größenvergleich mit meinem 250er Mystery Ebay Dings zeigt sich ein fast identischer Abstand der Motoren zueinander. Meine Hände pieksen an allen Ecken, da haben sich wohl Carbonspäne unter meine Haut verirrt, nicht schön.

Fazit

Alles in allem bekommt man für 32,67€ einen anständigen Frame mit einem besonderen Design. Man sollte sich jedoch im Klaren darüber sein, dass dieser Frame nicht ALLES locker weg steckt und irgendwann das zeitliche segnen wird, da es doch einige Schwachpunkte in der Konstruktion gibt, selbst in der von mir gewählten Carbon-Version. Viele der Teile sind nicht einwandfrei gefertigt und die Anleitung lässt man lieber aus den Augen. Aber wer etwas besonderes für seinen Rennstall sucht, hat sicher mit der kleinen “Zikade” seinen Spaß!

 

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